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Wie viel Haus kann ich mir leisten? Die Rechnung in 3 Schritten am Beispiel

Kaufpreisgrenze aus Einkommen, Ausgaben und Eigenkapital an einem durchgerechneten Beispiel, plus kostenloser Budget-Rechner für deine eigenen Zahlen.

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Die Frage kommt vor jeder Besichtigung, meistens zu spät gestellt. Wer erst nach der Anfrage bei der Bank merkt, dass die Wunschimmobilie zwei Gehaltsklassen zu hoch angesetzt war, hat Zeit und oft auch Geld verloren: Eine Anfrage bei der Bank hinterlässt eine Schufa-Anfrage, ein Reservierungsgespräch mit dem Makler kostet Vertrauen. Die gute Nachricht: Die Obergrenze lässt sich mit drei Zahlen selbst überschlagen, bevor irgendjemand sonst involviert ist.

Die drei Zahlen, die zählen

Nicht der Kaufpreis ist der Ausgangspunkt, sondern das, was am Monatsende übrig bleibt. Daraus folgt alles andere:

  1. Dein monatlicher Überschuss: Nettoeinkommen minus alle laufenden Ausgaben, ohne die aktuelle Miete (die fällt weg, sobald die Rate sie ersetzt).
  2. Dein Eigenkapital: alles, was du sofort einbringen kannst, ohne dich in eine finanzielle Notlage zu bringen.
  3. Zinssatz und Tilgungssatz, mit denen die Bank rechnen würde. Beide zusammen ergeben deine Jahresrate in Prozent des Darlehens.

Der Überschuss bestimmt, wie hoch die monatliche Rate maximal sein darf. Aus der Rate und dem Zins-plus-Tilgung-Satz folgt das maximale Darlehen. Darlehen plus Eigenkapital minus Kaufnebenkosten ergibt den maximalen Kaufpreis. Das ist exakt die Reihenfolge, die auch der Budget-Rechner abbildet.

Beispielrechnung

Nehmen wir ein Paar mit folgenden Eckdaten:

  • Nettoeinkommen zusammen: 3.800 € / Monat
  • Laufende Ausgaben (ohne Miete): 2.400 € / Monat
  • Eigenkapital: 50.000 €
  • Angenommener Zins: 3,8 %, Tilgung: 2,0 %
  • Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer + Notar + Makler): 10 % des Kaufpreises

Schritt 1 (Überschuss): 3.800 € − 2.400 € = 1.400 € tragbare Rate im Monat.

Schritt 2 (maximales Darlehen): Zins und Tilgung zusammen ergeben 5,8 % Jahresbelastung des Darlehens. Die Jahresrate ist 1.400 € × 12 = 16.800 €. Geteilt durch 5,8 % ergibt sich ein maximales Darlehen von rund 289.655 €.

Schritt 3 (maximaler Kaufpreis): Darlehen (289.655 €) plus Eigenkapital (50.000 €) ergibt 339.655 €. Davon müssen aber noch die Kaufnebenkosten abgehen, die aus dem Eigenkapital bezahlt werden. Sie sind kein Teil des Kaufpreises, sondern kommen oben drauf. Rechnet man die 10 % Nebenkostenquote heraus, bleibt ein maximaler Kaufpreis von rund 308.777 €, davon rund 30.878 € Kaufnebenkosten.

Für dieses Paar ist eine Immobilie für 310.000 Euro also ungefähr die Kaufpreisgrenze: nicht das Ziel, sondern der Rand, an dem der Puffer aufgebraucht ist.

Warum die Bank oft weniger zulässt

Banken kalkulieren zusätzlich mit einem Zinspuffer (typisch: 1 bis 2 Prozentpunkte über dem aktuellen Satz), um einen Anstieg nach Ende der Zinsbindung abzufedern, und ziehen Pauschalen für Lebenshaltungskosten nach eigenen Tabellen ab statt der eigenen Angaben. Das eigene Überschuss-Ergebnis oben ist deshalb eine Obergrenze, kein garantierter Kreditrahmen. Wer sich selbst 10 bis 15 Prozent Puffer nach unten einplant, verhandelt entspannter und hat nach dem Einzug noch Luft für Reparaturen oder einen Zinsanstieg bei der Anschlussfinanzierung.

Was den Rahmen am stärksten verschiebt

  • Tilgung senken vergrößert kurzfristig den möglichen Kaufpreis, verlängert aber die Laufzeit spürbar und erhöht die Gesamtzinskosten. Unter 2 % Anfangstilgung würde vistavo nicht empfehlen, ohne die Konsequenz für die Laufzeit gesehen zu haben.
  • Mehr Eigenkapital wirkt doppelt, weil es direkt den Kaufpreis hebt und gleichzeitig weniger Darlehen bedeutet, meist verbunden mit einem besseren Zinssatz von der Bank.
  • Die Kaufnebenkosten-Quote hängt stark vom Bundesland ab (3,5 bis 6,5 % allein Grunderwerbsteuer) und wird beim Überschlagen gern unterschätzt. Wer in einem teureren Bundesland kauft, hat bei gleichem Eigenkapital einen niedrigeren maximalen Kaufpreis.

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Budget-Rechner

Vom Einkommen zum maximal möglichen Kaufpreis.

Häufige Fragen

Was Käufer dazu am häufigsten fragen.

Ist die „tragbare Rate" wirklich mein ganzer Überschuss?

Rechnerisch ja: Einkommen minus Ausgaben minus Miete ergibt die theoretische Obergrenze. In der Praxis ist es klug, davon einen Puffer für Rücklagen, unvorhergesehene Ausgaben und einen möglichen Zinsanstieg abzuziehen. Banken tun das ohnehin mit eigenen Aufschlägen.

Zählt mein Eigenkapital komplett für den Kaufpreis?

Nein. Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, gegebenenfalls Makler) müssen in aller Regel vollständig aus Eigenkapital gedeckt werden, weil Banken sie nicht mitfinanzieren. Erst der Rest des Eigenkapitals fließt in den eigentlichen Kaufpreis.

Wie stark verändert ein höherer Zins die Kaufpreisgrenze?

Deutlich. Bei gleichbleibender Rate sinkt das maximale Darlehen, sobald Zins und Tilgung zusammen steigen: Ein Prozentpunkt mehr Zins kann den möglichen Kaufpreis um einen fünfstelligen Betrag drücken. Das lässt sich im Budget-Rechner direkt durchspielen.

Was, wenn ich kein Eigenkapital habe?

Rechnerisch bleibt dann nur das Darlehen als Basis, und die Kaufnebenkosten müssten mitfinanziert werden. Das bieten manche Banken an, allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen. Realistisch ist ein sehr viel niedrigerer maximaler Kaufpreis oder ein längerer Ansparzeitraum vorher.

Sollte ich Nebenkosten der Immobilie (Hausgeld, Instandhaltung) einrechnen?

Ja, aber nicht in die Kaufpreisgrenze, sondern in die laufende Belastung nach dem Kauf. Sie gehören zu den „Ausgaben", die den Überschuss mindern. Am besten schon vor dem Kauf realistisch schätzen, sonst wirkt die Rate im Nachhinein enger als geplant.

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